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      'n Joy wirbt musikalisch für Vielfalt

Adventskonzerte in der Erlöserkirche

Es war ein deutliches politisches Statement in bewegten Zeiten: Bei seinen drei vorweihnachtlichen Konzerten hat der Bad Honnefer Gospelchor `n Joy ein Loblied der Vielfalt gesungen und musikalisch für das Zusammenleben ganz unterschiedlicher Kulturen und Religionen geworben.

Mehr als 1.300 Besucher verfolgten am zweiten Adventswochenende die 13. Ausgabe der drei Konzerte, die unter dem Motto „Sing to the world“ in der evangelischen Erlöserkirche stattfanden. Vor der Kirche bildeten sich wieder lange Schlangen. Nach einem Dreivierteljahr Vorbereitung konnten Chorleiter Johannes Weiß und die 80 Sängerinnen und Sänger ein völlig neues Programm präsentieren: eine bunte Mischung aus weihnachtlichem Liedgut (Es kommt ein Schiff geladen; Most Wonderful World), modernen Adaptionen klassischer Stücke (But Who May Abide; Nearer My God To The), Pop-Songs (Man In The Mirror; Your Song) und Weltmusik (The Sky And The Dawn; Parting Glass).

Am deutlichsten wurde der Chor wohl bei der Aufführung der heimlichen rheinischen Hymne

"Unser Stammbaum" von den Bläck Fööss: Cäsars und Napoleons Truppen, jüdische Kaufleute und Flüchtlinge aus den deutschen Ostgebieten, türkische und italienische Gastarbeiter, sie alle haben zur Vielfalt des Lebens im Rheinland beigetragen. Mit entsprechendem Engagement könne das auch mit den Flüchtlingen heute gelingen, so Chormitglied Thomas Heyer in seiner Anmoderation.
Dass auch die Religionen einen Beitrag dazu leisten können, zeigte Chris Tomlins "How Great Is Our God": Auf Russisch, Spanisch, Portugiesisch, aber auch in afrikanischen und arabischen Klängen ließ `n Joy den Lobpreis Gottes erklingen – in der Hoffnung auf ein friedliches Miteinander der Religionen.

Mit Wehmut erinnerte der Chor an seine Reise ins spanische Baskenland in vergangenen Juni:
Mit "Txoria txori", der heimlichen Hymne der nach mehr Unabhängigkeit trachtenden Region,  hatten die Honnefer ihr Publikum in Gernika, San Sebastián und Bilbao teils sogar zu Tränen gerührt. Jetzt führten sie den Song, den auch die US-Folk-Ikone Joan Baez interpretiert hat, erstmals in Bad Honnef auf. Chormitglied und Spanisch-Lehrer Lukas Vreden, der die Konzertreise ins Baskenland maßgeblich organisiert hatte, verwies auf die Sehnsucht nach Freiheit, die in dem Gedicht über einen kleinen Vogel laut wird: „Wenn ich Dir die Flügel gestutzt hätte, wärest Du bei mir geblieben. Aber Du wärest kein Vogel mehr gewesen. Und es ist doch der Vogel, den ich liebe.“

Foto: Frank Homann

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